Inhaltsverzeichnis

  1. Welche Marke?
  2. Übersicht: Carrera Autorennbahnen
  3. Analog oder Digital?
  4. Der richtige Maßstab
  5. Tuning
  6. Werkzeug und Material fürs Slotten
  7. Rennbahn & Slotcars aufbewahren
  8. Bahngestaltung und Landschaftsbau
  9. Weitere Slotcar Anleitungen

Jeder Anfang ist schwer. Genau so ist es auch in der Welt von Carrera und den Autorennbahnen. Steht man erst im Geschäft vor den vielen Startpackungen, ist die Verwirrung sehr groß. Deshalb empfiehlt es sich, sich schon vorher genau zu informieren.

Welcher Maßstab, digital oder analog, Carrera oder ein ganz anderes Produkt oder sogar eine Holzbahn?

  • Der richtige Maßstab
  • Digital oder analog?
  • Carrera, Ninco oder Scalextric?
  • Plastikschiene oder Holzbahn?

Dieser Artikel soll all deine Fragen vor dem Kauf einer Autorennbahn klären

Die Preisfrage könnte lauten: Bei welchem Thema bekommen kleine und „große Kinder“ glänzende Augen und feurige Wangen? Die Antwort: Autorennbahn! Alleine bei Erwähnung des Begriffs Carrera wird schon nervös auf dem Stuhl herumgerutscht, da in der Fantasie bereits die ersten Rennboliden ihre Runden ziehen. Was macht die Faszination Autorennbahn aus und was sollte bei der Anschaffung beachtet werden?

Der Rennzirkus in den eigenen vier Wänden
Je mehr Türchen am Adventskalender geöffnet sind, desto dringlicher stellt sich die Frage: Was schenke ich dem Nachwuchs? Als sehr geschickt erweist es sich, wenn der Kleine ein ebenso großer Motorsportfan ist wie Vati. In diesem Fall steht dem Kauf einer Autorennbahn eigentlich nichts mehr im Wege. Wäre da nicht die Frage, welches Modell für den Rennzirkus infrage kommt. Geht es darum, eine frühere Rennsituation aus der Ära des Rekordweltmeisters Schumacher nachzustellen und sollen mit ihm Piloten wie Vettel, Rosberg und Co. um die Runden jagen, oder will der Filius gemeinsam mit dem Vater ein spezielles Rally-Feeling erleben, über staubige Teilpisten fahren und ordentlich driften? Heutzutage alles kein Problem mehr. Carrera, Scalextric und Ninco – die „Platzhirsche“ lassen bitten.

Wenn die Marken ums Podium kämpfen


Nicht nur in den Hobbyräumen glühen die Bahnen und werden sportliche Wettkämpfe ausgetragen, auch die Hersteller kämpfen im Wettbewerb um die Gunst der kleinen und großen Rennfahrer. Im Wesentlichen sind es drei Marken, die die Herzen der Autorennbahn-Fans höher schlagen lassen. Da ist zunächst natürlich die Marke mit dem „rollenden R“, Carrera.

Schon seit den 60er Jahren verwöhnt Carrera kleine und große Slotcar-Fans mit ausgeklügelten Rennbahnen. Eine Krisenphase, die aus Mitte der 80er Jahre herrührte, hat das Unternehmen längst überstanden. Mit einem Marktanteil von über 90 % ist es heute die bei Weitem bekannteste Marke im deutschsprachigen Raum. So ziemlich jeder Vater in Deutschland kennt Carrera und weiß um die Vorzüge der Rennbahnen. Das Schienenmaterial erweist sich als sehr robust, verwindungssteif und glatt. Vergleiche mit Club-Bahnen aus Holz tun sich auf. Verstärkt wird der positive Eindruck durch die mit Zusatzklammern fest verbindbaren, übergangsfreien Schienen und dem schwach magnetischen Nirosta-Edelstahl-Leiter.

Auch die Marke Scalextric hat eine lange Tradition vorzuweisen und stammt aus England. Die Briten sind ja unter anderem für ihre Wettleidenschaft bekannt. Da lag es nur nahe, dass die „Autorennen“ irgendwie in die Hinterzimmer der Gaststätten gebracht werden mussten. Nur wie? Die Briten stellten aus Balsaholz und Messingblech Fahrzeugmodelle her und lieferten sich auf Bahnen, in die Metallbänder (ähnlich Vorhangsschienen) eingelassen waren, heftige Wettkämpfe. Sie zeigten sich darüber „very amused“. Inzwischen hat Scalextric die „Vorhangsschienen“ selbstverständlich weiterentwickelt und sich als erfolgreiches Unternehmen etabliert. Im Vergleich zu Carrera sind die Bahnen schmaler, das Schienenmaterial aus Weichplastik und der Leiter mittelstark magnetisierbar.

Ninco ist der Dritte im Bunde. Die feurigen Spanier dürfen beim Kampf um den Podiumsplatz natürlich nicht fehlen. Ninco greift im Jahr 1993 ins Renngeschehen ein und fertigt zunächst Slotcars im Maßstab 1:32. Von Anfang an setzen die Spanier auf Kompatibilität mit anderen Marken. So fassen die Fahrzeuge schnell Fuß am Markt und kommen auf Carrera- und Scalextric-Anlagen zum Einsatz. Fünf Jahre später steigt Ninco zum Systemanbieter auf und bietet neben den Fahrzeugen ein eigenes Schienensystem sowie Zubehör wie Regler und Netzteile an. Im Gegensatz zu einer Carrera-Bahn ist das Schienensystem oftmals sehr rau, der Leiter nicht korrosionsfrei und stark magnetisierbar.

Auf den Maßstab kommt es an

Wie wichtig der Maßstab sein kann, weiß jeder, der für die Urlaubsfahrt Kartenmaterial sondieren musste. In der Welt der Slotcars kommt dem Maßstab eine ähnliche Bedeutung zu. Das bedeutet, das ganze System muss miteinander nicht nur technisch, sondern auch von der Größe her harmonieren. Der Maßstab gibt unter anderem darüber Auskunft, wie groß der Rennbolide ist und wie detailgenau er sich präsentiert. Im Wesentlichen werden bei den Slotcars die Maßstäbe 1:43, 1:32 und 1:24 angesetzt. Die Bauformen der Motoren werden mit 13 D, 16 D und 18 D beschrieben. Dabei unterscheiden sich die Aggregate in der Größe, Stromaufnahme, Drehzahl und im Drehmoment. Während 13 D Motoren vorrangig in Fahrzeugen mit 1:43 und 1:32-Maßstab zum Einsatz kommen, sind 16 D-Motoren für Flexi-Cars und Dragster bestimmt. Die großen 18 D-Aggregate sind fast ausschließlich in Fahrzeugen mit 1:24 Maßstab montiert. Damit die Bahn auch zum Rennboliden passt und alles möglich detailgetreu wirkt, hat Carrera mit der „Evolution“ ein einzigartiges Rennbahnsystem entwickelt. Der Renner kommt im Maßstab 1:32, die Schienen sind im Maßstab 1:24 gefertigt.

Endlich mal so richtig Gummi geben

Auch in der Welt der Miniaturen muss die Gummimischung passen. Reifen für Slotcars werden in vier Grundmaterialien angeboten: Vollgummi, Polyurethan (PU), Silikon und Moosgummi. Wie auch im wahren Rennzirkus spielen die unterschiedlichen Materialien beim Verschleiß, der Bodenhaftung und bei der Pflege unterschiedliche Rollen. Mit Reifen aus Vollgummi oder Silikon kann der Slotcar-Fan sofort loslegen. Moosgummi- und Polyurethanreifen müssen vor der Verwendung geschliffen werden.

Was denn nun – digital oder analog?

Keine Sorge, beim Begriff „digital“ muss niemand befürchten, dass ab jetzt der Slotcar-Spaß nur noch am Desktop-PC stattfindet. Doch die digitale Technik hat die spannenden Verfolgungsjagden noch um zahlreiche Varianten bereichert. Bei einer analogen Bahn fährt jeder Pilot auf bzw. in seiner eigenen Spur. Das bedeutet, Fans der „analogen Fahrweise“ versuchen alles, um mit guten Rundenzeiten die Konkurrenz auf Distanz zu halten. Der Fokus liegt hier auf der Fahrdynamik des Fahrzeugs, um mit diesem bis an die Grenzen des technisch Machbaren zu gehen. Mit einfachen Worten gesagt: Die Konkurrenz rückt einem nicht so dicht auf die Pelle. Doch sieht die Realität ja anders aus. Da wird gedrängelt, ausgebremst und natürlich ein Überholmanöver angesetzt. Die Digitaltechnik macht es möglich, dass auf einer Carrera-Bahn gleich mehrere Piloten auf einer Spur unterwegs sein können. Die Codierung der Fahrzeuge erfolgt einfach über den Handregler. Slot Racing und Überholen in Perfektion – und mit dem gewissen Kick. Es geht aber noch realistischer …

… eine Boxengasse im Wohnzimmer? – kein Problem!
Bisher war es so, dass die Rennboliden nonstop unterwegs waren und erst haltmachten, wenn der Pilot am Handregler schlappmachte. Viel spannender gestaltet sich die Sache, wenn, wie im realen Rennverlauf auch, die Taktik eine wesentliche Rolle spielt. Eine Boxengasse im Hobbyraum oder Wohnzimmer aufstellen, geht nicht? Kein Problem! Zunächst wird für den Rennwagen eine fiktive Tankmenge festgelegt. Geht dann der „Sprit“ zur Neige, wird der Pilot aufgefordert, einen Tankstopp einzulegen. Ansonsten bleibt der Renner im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke. Die Pit Stop Lane gibt es bei Carrera als Zubehör und lässt das Rennfieber noch stärker ansteigen. Zum realitätsnahen Erlebnis tragen auch die Xenon Frontlichter und Bremslichter bei, mit denen einige Fahrzeugmodelle ausgestattet sind.

Für jeden die individuelle „Carrera“

Carrera Digital 124 Aufbau

Carrera Digital 124 Aufbau


Es spielt keine Rolle, ob ein analoges oder digitales Fahrsystem gewählt wird, Fahrspaß ist auf alle Fälle garantiert. Im Bürogebäude von Carrera ist eine Testbahn aufgebaut. Dort kommt es immer wieder einmal vor, dass Gäste nach einem Meeting „nur mal kurz“ fahren wollen. Schnell sind die Krawatten abgelegt und ebenso schnell vergeht dann die Zeit. Es ist die Faszination Slot Racing, die Kinder und Erwachsene schon seit Jahrzehnten in den Bann zieht. Doch jeder Rennfahrer hat individuelle Ansprüche an Fahrzeug und Bahn. Außerdem, jeder fängt mal „klein“ an.

ModellAusführungSchienenFahrzeugeSpurwechsel möglich?Wie viele Fahrer?
DIGITAL 124digital1:241:24ja, auf Knopfdruck überholenbis zu 4 gleichzeitig
DIGITAL 132digital1:241:32ja, auf Knopfdruck überholenbis zu 6 gleichzeitig
Evolutionanalog1:241:32spurgebundenbis zu 2 gleichzeitig
DIGITAL 143digital1:431:43ja, auf Knopfdruck überholenbis zu 3 gleichzeitig
Carrera Go!!!analog1:431:43spurgebundenbis zu 2 gleichzeitig

Carrera Go!!!

Den Einstieg in den nervenaufreibenden und spannenden Rennzirkus macht der junge Rennfahrer mit der Carrera Go!!! Einen Führerschein oder eine Superlizenz braucht der kleine Pilot noch nicht, aber 6 Jahre sollte er für den Spaß schon alt sein. Dann kann es aber auch schon losgehen, denn die Carrera Go!!! ist dank des ausgeklügelten Stecksystems ruckzuck aufgebaut. Wenn der Porsche GT3 vom Team Haribo Racing über die Bahn flitzt und in den mit blinkenden LED-Lichtern bestückten Looping einfährt, steigt der Adrenalinspiegel. Alles geht zum Glück gut, denn der Rivale sitzt einem mit dem Aston Martin V12 Vantage GT3 bereits im Nacken. Als Nächstes geht es gemeinsam über die Sprungschanze und dann müssen die Rivalen auch noch die Rally-Engstelle, den Fly-Over und die berüchtigte „Eiskurve“ meistern. Ob die Bahn mit Modellen aus der Formel 1, Disney/Pixar Cars oder der DTM befahren wird, der Spaß ist garantiert. Und damit bei der ganzen Spannung der Überblick nicht verloren geht, gibt der Rundenzähler gnadenlos Aufschluss über die wichtigsten Rennparameter. Los geht’s – wer ist schneller am Handregler?

Carrera Digital 143

Im gleichen Maßstab wie die Carrera Go!!! aber mit ganzer „digitaler Spannung“ erfolgt dann der Einstieg in die 3-D-Rennwelt. 3-D bedeutet nicht, dass der Fahrer eine 3-D-Brille aufsetzen muss, um den Parcours zu erkennen. Das „D“ steht für die digitale Technik, die in der Carrera-Bahn steckt. Die „3“ steht dafür, dass bis zu 3 Fahrzeuge gleichzeitig auf einer Spur bewegt werden können. Die neue Technik ermöglicht echtes taktisches Rennbahnspielen durch Spurwechsel und Überholmöglichkeit. Der Champions Club sorgt im Set und einem Aufbaumaß von 280 x 133 cm für gute Laune. Drei Fahrzeuge und ihre Piloten müssen sich am Looping und an der Weiche beweisen. In der Carrera Partyzone unterstützen die Anhänger mit Fanartikeln die Teams.

Carrera Evolution

Der Name ist Programm, steht die „Evolution“ doch für die Entwicklung und einzelne, faszinierende Bereiche des Rennsports: DTM, Formel 1 und Le Mans. Bei der DTM und im Turbo Drift müssen die Fahrer ihr ganzes fahrerisches Können beweisen. Lange Geraden und scharfe Kurven gilt es auf der 7,3 Meter langen Autorennbahn zu bezwingen. DTM-Atmosphäre verströmen der Audi A5 DTM „T. Schneider, No.4“ und der BMW M3 DTM „B.Spengler, No.7“. Schnurlos mit 2,4 GHz am Handregler geht es bei den Formula Engines zur Sache. Die Platzhirsche Red Bull, Ferrari und Mercedes schenken sich nichts, wenn es darum geht, dem Konkurrenten die lange Nase zu zeigen. Die 7 Meter lange Rennstrecke mit anspruchsvoller Kurvenführung und 2 Spurwechseln bringt es an den Tag. Wer ist der nächste Champion? Nicht nur am Tage auch in der Nacht geht es beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans im wahrsten Sinne des Wortes „rund“. Eine absolute Herausforderung für Mensch und Material. Carrera trägt dem geschichtsträchtigen Rennen mit der Le Mans Contest auf einer 5,3 Meter langen Rennstrecke Rechnung und präsentiert den Audi R18 „No. 2“, 24h LM 2011 sowie den Audi R8 als „Safety Car“. Dem elektronischen Rundenzähler mit seinen Infrarot-Lichtschranken entgeht nichts. Da heißt es durchhalten am Handregler.

Carrera Digital 132 und Digital 124

Sowohl die Bahn als auch die Fahrzeuge präsentieren sich mit ihren Maßstäben jetzt näher an der Realität. Während beide Digitalbahnen einen Schienenmaßstab von 1:24 aufweisen, steht Digital 132 für den Fahrzeugmaßstab 1:32. Damit werden die DTM Rivals zur ultimativen, realitätsnahen Herausforderung. Den kabellosen Speed Controller in Händen, fighten die Piloten des AMG-Mercedes C-Coupes DTM „J. Green, No.5“ und des Audi A5 DTM „M. Ekström, No. 3“ um jeden Zentimeter. Eine Control Unit verstärkt das DTM-Feeling, da sie die Einstellung der Geschwindigkeit, Bremswirkung und die Programmierung eines Pace-Cars ermöglicht. Die vollkommene Erfüllung ihrer Rennträume finden die Gentlemen bei gleichnamiger Rennbahn und einem Fahrzeugmaßstab von 1:24. Die Gentlemen greifen zu den kabellosen Handreglern und jagen mit den Rennboliden Porsche GT3 RSR, Aston Martin DBR9 und dem Ferrari 599XX über die 12 Meter lange Strecke. Vorbei an Doppelweichen, Weichen, Control Unit und Position Tower. Individuelle Dekoelemente und die Carrera Partyzone runden das Renngeschehen sinnvoll ab. Wer den beiliegenden Pokal einheimsen will, sollte aber den Blick weg von den Grid Girls in Richtung Rennstrecke richten.

Last, but not least – die Carrera Qualität

Nicht nur im realen Rennverlauf, auch beim Rennen en miniature wird das Material hohen Belastungen ausgesetzt. Bleibt ein Fahrzeug auf der Strecke liegen oder erweist sich die Bahn als instabil, ist der Rennspaß schnell dahin. Carrera scheint sich dieser Tatsache bewusst und legt bei seinen Bahnen und Fahrzeugen hohe Qualitätsmaßstäbe an. Im Clubbetrieb kommen ja vorzugsweise Holzbahnen zum Einsatz. Dabei handelt es sich um sogenannte MDF-Platten (mitteldichte Holzfaserplatten), die durch schonende Verpressung und Verleimung von feinstzerfasertem Holz sehr verwindungssteif und maßgetreu sind. Mit seinem ausgeklügelten Schienenverbindungssystem und durch das harte und robuste Material kommt Carrera dem Fahrfeeling auf diesen Platten schon sehr nahe. Dass die Fahrzeuge an Qualität in nichts nachstehen, dafür sorgt unter anderem die strenge Qualitätskontrolle. Bleibt eigentlich nur noch zu wünschen: „Good luck, boys and girls!“

Bleib am Drücker!